Ein Stern für meinen Lebenskarren

Der November zieht die Vorhänge früher zu. Manchmal wird es auch in uns etwas dunkler. Was uns beschäftigt, kommt ja mit in diese Jahreszeit: die Sorgen, die täglichen Verpflichtungen, die Nachrichten, die wir kaum noch hören mögen. Unser Lebenskarren ist ordentlich beladen. Er quietscht manchmal ob der schweren Last. «Binde deinen Karren an einen Stern», rät der amerikanische Denker Ralph Waldo Emerson. Der Gedanke gefällt mir. Gerade für den zweitletzten Monat des Jahres. Ein Karren hat Räder, die rattern und bleiben gelegentlich stecken. Trotzdem möchte ich selbst bestimmen, wohin und wie die Reise verläuft. Sollen mich nur noch Sorgen antreiben? Oder dürfen meine Hoffnungen, meine Träume und meine Sehnsucht nach einer menschlicheren Welt die Richtung vorgeben? Jesus sagt: «Richtet euch auf und erhebt eure Häupter» (Lk 21,28). Er spricht diese Worte mitten hinein in die Angst vor dem, was vor ihm liegt: Verrat, Schmerz, Kreuz. Für mich steckt darin ein tiefes Vertrauen: Gott hält für mir eine gute Zukunft bereit, auch wenn mein Blick an Grenzen stösst. Den Karren an einen Stern binden – das beginnt ganz bodennah. Wenn ich auf Versöhnung hoffe, kann ich eine erste Nachricht schreiben. Wenn ich mir weniger Einsamkeit wünsche, kann ich jemanden einladen. Wenn mich der raue Umgangston bedrückt, kann ich heute selbst auf dumme Bemerkung verzichten. So bekommt meine Haltung einen bestimmenden Einfluss diesen ganz gewöhnlichen Tag. Der Karren bleibt auf der Erde. Aber ein Stern bestimmt seine Richtung. Ich wünsche Ihnen einen hellen Stern für den nächsten Schritt, der vor Ihnen liegt.